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Der Sinn von Tätigkeit und Arbeit


Der tätige, arbeitende, schaffende Mensch ist immer, und wenn auch nur in bescheidenen Anteilen, ein schöpferischer Mensch. In dem Maße, wie geistig behinderte Menschen tätig sind und etwas schaffen, wächst mit der eigenen, wenn auch bescheidenen Leistung, das Selbstbewusstsein.

Arbeit, die einem Menschen aufgegeben und übertragen wird, ist immer auch eine Herausforderung an seine Fähigkeiten und Kräfte. Deshalb ist die in der Werkstatt aufgetragene Arbeit immer auch Anregung und Förderung. Die Arbeit, das Tun, ist in sich selbst eine weiterwirkende Förderung der eigenen Fähigkeiten und Kräfte des behinderten Menschen.

Die Tätigkeit und das Schaffen des Menschen ist nie nur Schaffen aus sich selbst, sondern Teilnahme und Mitwirkung an der Tätigkeit und Arbeit anderer. Deshalb fördert die Arbeit oder besser gesagt, die Mitarbeit, die Sozialisation behinderter Menschen.

Jede Tätigkeit und Arbeit, und wenn es auch nur das Mindestmaß verwertbarer Arbeit ist, bedeutet einen Beitrag zum eigenen Lebensunterhalt. Dabei ist nicht so sehr von Bedeutung, wie groß dieser Beitrag ist, sondern dass die Erfahrung möglich wird, mit dem, was ich tue, erhalte und bereichere ich mein eigenes Leben.

Daraus ergibt sich, die WfbM ist für geistig behinderte Menschen eine Stätte der Förderung und ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit.


Norbert Huber: "Die Bedeutung der WfB für Menschen mit geistigen Behinderungen". Frankfurt 1987